Aktuell, auf Vlotho klicken

Wetter heute in Vlotho

© meteo24.de

Wird alle 3 Std aktualisiert

 

Sie sind der

kostenlose counter

Besucher seit

Juni 2008

 

 

 

 

 

 

Dies und Das

 

Diese Seite soll ältere Bürger dieser Stadt an ihre Jugendzeit erinnern und für die jüngeren einen kleinen Blick in die Geschichte

der Stadt Vlotho ermöglichen.

Stichwort Vlothoer Jahrmarkt / Kirmes

Zweimal im Jahr, im Mai und im Oktober, war bei uns in der Weserstadt Jahrmarkt. Dagegen ist heute die Frühjahrs- und Herbstkirmes im Weserbrückenbereich, falls sie überhaupt noch stattfindet, recht dürftig. Früher aber, war es ein Ereignis für Vlotho. Der Jahrmarkt war mehr als nur ein Kirmestrubel. Von weit her kamen neben den Schaustellern und Karussellleuten die ,,fliegenden Händler", um ihre Waren, oft sogar von guter Qualität, an den Mann beziehungsweise an die Frau zu bringen.

Außer den Karussells, zwischen der Kirche und dem ehemaligen Amtsgericht, gab es dort die Tische und Stände für den Verkauf von

Waren der verschiedensten Sorten. Süßigkeiten für Kinder und Erwachsene wurden natürlich „en masse“ angeboten. Nicht nur die berühmten Lebkuchenherzen und Zuckerstangen, sondern auch guter Honigkuchen aus der Bergstadt Borgholzhausen im Teutoburger Wald lag zum Verkauf bereit. Wenn man bedenkt, dass ein großes Eisschiffchen nur 10 Pfennige kostete und ein kleines sogar bloß fünf, bekam man noch etwas für sein Geld. Wie man auf diesen Bildern erkennen kann, spielte sich derzeit der Jahrmarkt im ehemaligen Stadtkern ab: Lange Straße, Marktplatz, Weserstraße und Eingang zur Burgstraße. Trotz der großen Menschenmenge konnte der Verkehr ungestört weiter fließen. Alles ging nicht so hektisch, sondern etwas gemütlicher zu. In den 1950er Jahren fand die Kirmes auf dem Schützenplatz (heute LIDL-Markt) an der Herforder Straße statt. Ein weiterer, gern genutzter Kirmesplatz, war auch der Werder.

Stichwort Vlothoer Lichtspielhäuser - Kino

Das erste Lichtspieltheater wurde in Vlotho erst nach dem I. Weltkriege eröffnet. Aber schon am 19. 11. 1898 stand im „Anzeige Blatt" eine Ankündigung: „Kinematograph, Theater lebender Photographien. In jeder Vorstellung Vorführung von 32 verschiedenen Bildern. Der Kaisersaal * ist auf das eleganteste elektrisch beleuchtet."

Da die vollständigen Zeitungsjahrgänge nicht mehr erhalten sind, handelt es sich hier um einen Zufallsfund. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass schon früher ähnliche Vorführungen stattgefunden haben.

 Was auf diesen ersten Vorführungen gezeigt wurde, ergibt sich aus einer

Anzeige aus dem Jahre 1913, die zu „Lichtsspielen" im Kaisersaal einlud und neun Filme mit viel Humor versprach. Neben vier Humoresken gab es drei Dramen und in zwei Naturaufnahmen wurden das Ahrtal und der St. Gotthard gezeigt.

Am 1. 1. 1920 begannen die „Fridolin-Lichtsspiele", Inhaber H. Sassenberg und A. Burckhards, im Saale Delkeskamp mit drei Filmen ihre Tätigkeit. In den folgenden Jahrzehnten wechselten die Unternehmer häufig. Ab November 1921 befand sich das Kino im Saale des Hotels Schmidt (Stadt Vlotho). Am 11. 12. 1931 kam mit dem Film „Das lockende Ziel" der erste Tonfilm nach Vlotho.

* Der Kaisersaal war ein Anbau der Gaststätte "Alt Heidelberg" und wurde 1922 abgerissen.

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort Vlotho als Reiseziel
Das Vlotho schon vor vielen Jahrzehnten eine Reise wert war zeigt der Reiseführer „Durch alle Welt“ in der Ausgabe Heft 7, der 1933 im Verlag Peter J. Oestergaard, in Berlin-Schöneberg erschien. Hier wird Vlotho und die nähere Umgebung ausführlich dargestellt, mit Besonderheiten der Natur, Weser und Weserbergland. Zum Lesen des Berichtes das Bild anklicken.

Was die wenigsten Vlothoer wohl wissen ist, dass (die Grundherrschaft) Vlotho mal ein eigenes Münzrecht besaß und zumindest auch eine Münzeinheit geprägt wurde. Es existieren heute noch Münzen mit unterschiedlichen Abbildungen aus den 1230er Jahren, welche Pfennig oder auch Sterling genannt wurden. Sie hatten einen Durchmesser von ca.18 mm und sind aus Silber.

Siehe Original-Foto, rechts.

 

 

 

Stichwort Vlothoer Briefmarken - Postwertzeichen

In Vlotho wurden Briefmarken hergestellt

An „fetten" Tagen erinnert man sich ab und an der Notzeiten nach dem letzten Kriege, als uns die wenigen Nahrungsmittel auf Bezugsschein und „Marken" zugeteilt wurden. Dass aber damals sogar Briefmarken und Postkarten Mangelware gewesen sind, die oft gar nicht oder nur in beschränkter Menge an den Postschaltern zu haben war, ist allgemein längst vergessen. Dabei wurde gerade Vlotho neben einigen wenigen anderen Orten - vorwiegend der

sowjetischen Besatzungszone - in Sammlerkreisen weltbekannt durch eine eigene Briefmarken-Notausgabe; man könnte Vergleiche ziehen zu dem Notgeld, das nach dem 1. Weltkriege die Stadt Vlotho verausgabte und das zu jener Zeit eine ähnliche Berühmtheit erlangte.   Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

 

 

 

 

Wert eines Talers in alten Berichten und Geschichten

Ein Taler entspricht etwa 3 Mark bzw. heute 1,50 Euro.

 

Scheffelmaß (aus dem Haus Malz)
Das Scheffelmaß war ein altes Ackermaß und zeigte an, wie viel Fläche man damit einsäen konnte: 12 - 42 a, nach Landschaften verschieden. In Lippe war 1 Scheffelsaat 2/3 Morgen, im Schaumburgischen 1/3 Morgen. Im Allgemeinen rechnet man 1 Morgen = 25 Ar = 2500 qm.
Mit dem Scheffelmaß konnte man rund einen halben Morgen einsäen. Dieses Maß aus dem vorigen Jahrhundert war geeicht vom Eichamt Herford (EAH), bzw. vom Eichamt Minden (EAM) und zeigt zweimal eingebrannt den preußischen Adler.
 

Morgen

1 Morgen = 25 Ar = 2500 qm. = eine Fläche von 50x50 Meter


Hufe
von Ort zu Ort unterschiedlich
„Eine Hufe" entsprach im Mittelalter einer Flur von 40 Morgen nach heutigen Maßstäben

ist das eine Fläche von 1000x1000 Meter bzw. 1qkm

Diese Angaben gelten nur als Richtwert, da sie von Ort zu Ort und Jahr unterschiedlich waren.

 

 

Das Vlothoer Wasserwerk wurde 1928 am Kuhkamp erbaut. 1929 wurde dann die Stadt Vlotho an die Versorgung angeschlossen. Aber nicht alle Bürger machten davon Gebrauch, sie benutzten weiterhin ihre Hausbrunnen.

 

Stichwort Elektrischer Strom in Vlotho

Den ersten Elektromotor hatte die Brauerei Volbracht, die schon 1894 bei der Einführung einer Eismaschine den dazu nötigen Dampfkessel auch zum Antrieb eines Dynamos benutzte, der Licht- und Kraftstrom erzeugte. Erst nach dem Anschluss der Stadt Vlotho an das Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg (EMR) im Jahre 1913, von dem die Stadt einen Geschäftsanteil von 24.000 Mark übernahm, nahm die Zahl der Elektromotoren rasch zu. Dadurch wurden auch die drei privaten Elektrizitätswerke (außer der Brauerei hatten auch die Papierfabrik Hartwig und Süllwald und die Zuckerraffinerie der Gebr. Tintelnot eigene Stromversorgung) überflüssig.

Stichwort EMR und Geschäftsstelle Vlotho

Am 4. März 1909 wurde das Elektrizitätswerk Minden-Ravensberg gegründet

Jahrelange Verhandlungen waren übrigens notwendig, ehe es zur Gründung des EMR am 4. März 1909 kam. Die Beharrlichkeit der damaligen Landräte der Kreise Herford und Minden, Franz von Borries und Dr. Franz Cornelsen, war schließlich ausschlaggebend für die Gründung. Insbesondere Landrat von Borries gab allen Widerständen zum Trotz seinen Plan, nach dem Grundsatz »einer für alle - alle für einen« eine überörtliche Stromversorgung aufzubauen, niemals auf. Als erste und wichtigste Aufgabe galt es, den Standort des neuen Kraftwerks

festzulegen: Kirchlengern. Am 1. August 1910 wurde der Probebetrieb in

.

EMR Geschäftsstelle

der Zentrale Kirchlengern aufgenommen, die festliche Einweihung fand am 30. November 1910 statt. EMR lieferte den ersten Strom nach Herford und Bad Oeynhausen. Vlotho wurde 1913 an das Stromnetz angeschlossen. Die Geschäftsstelle des EMR in Vlotho war im Hause Lange Straße Nr. 132 untergebracht. 1927 stieg EMR mit der Gründung einer Kraftverkehrsabteilung auch in den ÖPNV ein. 1930 übernimmt EMR die Herforder Kleinbahn und deren Elektrifizierung. Sie blieb bis 1966 in Betrieb.1998 gründete EMR die Telekommunikationsgesellschaft Teleos. Ab 2003 werden die Stromabrechnungen für Vlotho, von „EON Westfalen Weser“ durchgeführt. Im Jahr 2002 übernahm EMR alle Anteile an den Stadtwerken Minden, an denen EMR bereits zu 25,1 Prozent beteiligt war. Ein Jahr später schlossen sich die drei Regionalversorger PESAG, EMR und Wesertal zu E.ON Westfalen Weser zusammen.

Stichwort Der 30jährigen Krieg

Auf  einigen Seiten von Alt-Vlotho wird der 30jähriger Krieg erwähnt, der von 1618-1648 stattfand. Zum besseren Verständnis, hierzu eine kleine Beschreibung.

Wenn man vom 30jährigen Krieg spricht, denkt man meist an einen Krieg, der sich über drei Jahrzehnte hinzog. Doch das ist ein Irrtum, denn der Zeitraum vom 23. Mai 1618 bis zum 24. Oktober 1648 war von mindestens 13 Kriegen und 10 Friedensschlüssen bestimmt. Auch handelt es sich beim 30-jährigen Krieg nicht um eine rein deutsche „Angelegenheit", sondern vielmehr um einen innnereuropäischen Konflikt auf deutschem Boden. Schweden, Franzosen, Spanier, Niederländer und nicht zuletzt auch Deutsche tummelten sich auf den zahlreichen Schlachtfeldern.

 

Siebenjähriger Krieg

Im Siebenjährigen Krieg von 1756 bis 1763 kämpften die damaligen europäischen Großmächte mit Preußen und Großbritannien auf der einen Seite und Österreich, Frankreich, Russland auf der anderen Seite gegeneinander. Aber auch zahlreiche mittlere und kleine Staaten waren beteiligt.

Stichwort Vlotho als Garnisonstadt  1795 - 1806

An die Tatsache, dass Vlotho einmal eine Friedensgarnison hatte, erinnert heute nichts mehr. Auch dem Verfasser der Vlothoer Stadtgeschichte Harland ist dies entgangen, obwohl gerade das von ihm in erster Linie ausgewertete Kirchenarchiv das einzige Denkmal an jene Zeit enthält, nämlich das „Kirchenbuch für das hier liegende Militair". Es enthält Eintragungen aus der Zeit von 1802 - 1810, was aber ein falsches Bild gibt: Denn das allgemeine Kirchenbuch enthält schon 1795 Eintragungen.

Daraus ergibt sich, dass in den Jahren 1795/96 eine Kompanie des Depotbataillons des Infanterie-Regimentes Nr. 10 in Vlotho untergebracht war. Dieses Regiment lag mit seinen Hauptteilen in Bielefeld und Herford. Leider werden damals die Regimenter und auch Kompanien nicht nach ihren Nummern genannt, sondern nach ihren Chefs. Man muss daher wissen, dass von 1788- 1799 Freiherr v. Romberg das Regiment führte, dem dann v. Besser folgte. Das Depotbataillon - wir können es wohl dem späteren Ersatzbataillon gleichsetzen - 

unterstand dem Major v. Sack, die in Vlotho liegende Kompanie dem Hauptmann v. Bernhard.

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort Alte Tabakdose

Tabaksdose aus dem Dreißigjährigen Krieg taucht im Nachlass des Vlothoer Historikers Dr. Karl Großmann auf. Möglicherweise ist diese Dose über 300 Jahre alt

Ursprünglich war die Dose im Besitz der Familie von Sanitätsrat Dr. Karl Hillebrecht, der um 1900 an der Bismarckstraße praktizierte. Dessen Tochter Anna Maria wurde 1923 die Ehefrau von Karl Großmann. Beide lebten zunächst in Petershagen, ab 1945 in Maaslingen, dann 1952 in Vlotho. Nach dem Tod Großmanns 1981 verwahrte dessen Sohn Harald die Tabaksdose. Heute ist sie im Besitz eines Vlothoer Sammlers.

Fein geschmiedet, knapp 82 Millimeter breit, über 40 Millimeter hoch, ein

schraffiertes Muster, oben der sternförmige und gold schimmernde Abschluss. Ein ideales Behältnis für Tabak, vielleicht auch für andere Substanzen, Pulver, Medizin?

Überliefert ist zudem ein in die Dose eingelegter Zettel, entweder noch von Hillebrecht geschrieben oder in späteren Jahren hinzugefügt:

"Tabaksdose aus dem 30-jährigen Krieg gefunden zu Vlotho beim Bau der Kaimauer an der Weser 1903."

Wie lange die Dose im Weserschlick oder am Ufer gelegen hat, weiß momentan niemand zu sagen: Beschädigungen durch Wasser und Witterung sind besonders am Deckel zu sehen. Das Scharnier funktioniert allerdings noch nahezu tadellos. Wenn man das Alter und die Erdlagerung bedenkt, so ist ihr Zustand noch ausgezeichnet.

Stichwort Der erste PKW / LKW in Vlotho

Wilhelm Sander war der erste Vlothoer, der ein Auto besaß (1906).

Das Auto, der Pkw, ist des Deutschen liebstes Kind. Wie wahr ist dieser sinnbildlich-treffliche Ausspruch...! Annähernd 100 Jahre sind vergangen, seitdem „selbstbewegliche" Wagen, mit anderen Worten Motorwagen, über die Straßen holperten. Die ersten benzin-betriebenen Fahrzeuge zur Beförderung von Personen und Lasten wurden 1885/86 von den Werken Daimler und Benz, einige Jahre später von den Dürkopp-Werken in Bielefeld und von dem Selwe-Automobilwerk in Hameln gebaut. Aller Anfang war auch auf diesem Sektor naturgemäß schwer. Aber die Motorisierung auf der Straße machte ungeahnte

Fortschritte.               Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

.

Der PKW des Kaufm. Heinr. Aug. Wiemann

Lange Straße Nr. 114. Foto: um 1949.

Stichwort Zeppeline über Vlotho

Zeppeline über Vlotho. Am12. September 1929 über dem Werder und am 1. Juni 1974 über der Stadt.

Das Luftschiff D-LZ- 127 Graf Zeppelin "lief am 18. September 1928 vom Stapel". Es war gebaut für 20 Passagiere und 40 Besatzungsmitglieder. Dieses Luftschiff erreichte ein große Zahl von Rekorden, unter anderem den längsten Non-Stop-Flug von Deutschland nach Lakehurst, New Jersey, eine 6200 Meilen-Reise in 111 Stunden und 44 Minuten. Im August 1929 schaffte das Luftschiff eine 20.500 Meilen-Reise rund um die Welt und war dabei 12 Tage in der Luft.

Stichwort „Straßen-Ordnung für die Stadt Vlotho" 1837

„Straßen-Ordnung für die Stadt Vlotho" entführt in die Regelungswut des 19. Jahrh.

• 1837 - das Jahr, in dem die „Straßen-Ordnung" für Vlotho von der Königlichen Regierung in Minden bestätigt und in Paderborn gedruckt wird. Die Weserstadt zählt damals etwa 2.100 Einwohner, wirtschaftlich weht durch Handel, Fabrikation und Schifffahrt ein immer günstigerer Wind. Bürgermeister war der 1832 ins Amt berufene Philipp Heinrich Poelmahn (Foto auf der Bildseite), bei Amtsantritt war der Nachfolger des verstorbenen Amtmanns Martzlinger erst 25 Jahre alt. Bis zum Jahr 1851 blieb Poelmahn Bürgermeister, übte diesen Posten danach in der

Regierungsstadt Minden aus.  -   Bericht auf der Bildseite

Stichwort Herm Westhoff

Eine nette Geschichte als in den 1890er Jahren im Amt Vlotho, eine „Säuferliste“ geführt wurde.

Er war ein im Allgemeinen wohlgelittener Arbeitsmann und in Ehren grau geworden: Herm (ann) Westhoff vom Berge. Aber er hatte einen bannig (sehr) üblen Fehler an sich. „Dat was de druigen Kehlen, Hei mosse jümmer siupen“, spotteten seine Arbeitskollegen. Die Folge war, dass sein Name eines Tages deutlich und unverwechselbar in der „Säuferliste des Amtes Vlotho“ erschien. Jawohl. Das war die offizielle Bezeichnung für das amtliche Papier. Es lag in allen Hotels und Gasthäusern offen aus und warnte davor, Herrn Westhoff irgendwann und irgendwo auch nur einen „Schluck" einzuschenken.

„Widrigenfalls“, lautete der ergänzende Text, „steht darauf eine Geldstrafe bis zu zehn Taler und gegebenenfalls auch der Verlust der Konzession".  

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

.

Apotheke Adolf Walter 1893

Lange Straße 71. Hier gab es damals auch Schnaps.

Stichwort Arbeitslos – vor dem Zweiten Weltkrieg in Vlotho

Die Männer, die sich da im April 1931 vor dem Gasthaus ,,Zum Felsenkeller" (Marten), an der Herforder Straße (siehe Foto) versammelt hatten, warteten dort auf die Auszahlung ihrer Arbeitslosen-Unterstützung. Es war Aufgabe der zuständigen Nebenstelle Vlotho des Arbeitsamtes Herford dem Anspruch der in der Stadt Vlotho und den Gemeinden Valdorf und Exter ansässigen beschäftigungslosen Einwohner auf Unterstützung nachzukommen. Die Zahl der Arbeitslosen war im Amt Vlotho seinerzeit angesichts katastrophaler Einbußen der wirtschaftlichen Verhältnisse schon auf 696 angestiegen - umgerechnet auf die 1931 zählenden

etwa 9.500 Amtseinwohner ein bedrückender Zustand.

Die Vlothoer Arbeitsamts-Nebenstelle war ehedem gegenüber der Bürgerschule im Haus Klages, das später von dem Zahnarzt Prasse und danach von dem Arzt Dr. Scheidewig erworben wurde. Wenn die dort beschäftigten Mitarbeiter jeden Donnerstag in der Gastwirtschaft „Zum Felsenkeller" ihre Kasse zur Auszahlung der Arbeitslosengelder geöffnet hatten, dann war die Stimmung meistens gereizt. In dieser Atmosphäre wurde manche übelwollende Meinung geäußert - gegen den Staat, die Parteien, die Politiker und sogar gegen die anwesenden Angestellten der Arbeitsverwaltung.

Einem verheirateten Arbeitslosen wurden seinerzeit wöchentlich 12 Reichsmark Unterstützung ausgezahlt, zuzüglich 1,60 RM für jedes noch schulpflichtige Kind. Zählte ein unverheirateter arbeitsloser Sohn oder eine unverheiratete arbeitslose Tochter noch zum elterlichen Haushalt, dann hatten sie keinen Anspruch auf Arbeitslosen-Unterstützung.  

Zum Vergleich:

Ein Zigarrenmacher bezog einen Wochenlohn von rund 20 RM. Für ein Sechspfundbrot mussten 80 Pfennig und für ein Brötchen 2 3/4 Pfennig auf den Ladentisch gelegt werden. Eine Flasche gelobter und ausreichend erprobter 38%iger Wacholder kostete 1,80 Mark je Flasche 0,7 l.

 

 

 

  Copyright / Rechtshinweis

An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass das Kopieren der Bilder ausschließlich nur mit vorheriger Genehmigung erlaubt ist. Viele Bilder auf dieser Seite, die mir persönlich zur Verfügung gestellt worden sind, unterliegen Rechten Dritter.