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Herforder Straße

 

Diese Seite soll ältere Bürger dieser Stadt an ihre Jugendzeit erinnern und für die jüngeren einen kleinen Blick in die Geschichte

der Stadt Vlotho ermöglichen.

 

Die Herforder Straße gehört zu den jüngeren Straßen von Vlotho, denn sie wurde erst in den 1840er Jahren gebaut.

Stichwort Herforder Straße als Prachtstraße

Im Volksmund sprach man früher von der „Prachtstraße", wenn die Herforder Straße gemeint war. Was hatte es mit dieser schmeichlerischen Bezeichnung auf sich? Allein der kurze Straßenabschnitt zwischen den Abzweigungen nach der Gärtnerstraße und nach der Karlstraße, den der Fotograf  Kurt O.Werner (siehe Foto) so gefällig abgelichtet hat, lässt wohl keine spöttelnde Reaktion zu. Erstaunlich die Breiten der Fahrbahn und die Gehsteige. Fortschrittlich das „glatte" Straßenpflaster, das aus kleinformatigen Basaltsteinen bestand, im Gegensatz zu dem, an sich für Vlotho typischen, holprigen

Kopfsteinpflaster. Faszinierend die straßenumsäumenden hohen Ulmen, deren 56 an der Zahl eine prachtvolle, erinnerungswerte Allee auf einer Länge von über einem Kilometer entstehen ließen.  Bericht

Abbruch einiger Häuser in den 1970er Jahren.

Durch die Stadtsanierung sind unter anderem am Ende der Langen Straße und am Anfang der Herforder Straße einige Häuser dem Bagger zum Opfer gefallen.

 

Stichwort Abriss Häuser

Am Anfang der Herforder Straße sind auf der linken Seite die Häuser Schlachterei Siekmann/Päckmann Nr. 2, Elektro-Tengeler Nr. 4 und Farben-Platte Nr. 6 abgerissen worden.  Aber auch die etwas zurückliegende Firma

 

Lindemann (Fruchtgetränke und Weine) musste für den Straßenneubau Platz machen. Auf der rechten Seite stand die Bäckerei Hake Nr. 1. Diese wurde ebenfalls abgebrochen. Um eine neue Verbindung von der Höltkebruchstraße zur Herforder Straße zu schaffen, musste auch noch das Haus Niebuhr (Näherei) Nr. 7 entfernt werden. Alle Häuser wurden zwischen 1973 und 1979 abgerissen.

 

 

Hake und Päckmann

 

 

Elektro-Tengeler

 

 

Stadtplan und Informationen 1963

Stichwort Haus Herforder Straße Nr. 34
Ein schönes und märchenhaft wirkendes Gebäude ist das Haus „Herforder Straße Nr. 34“. Das Haus mit dem spitzen Turm wurde 1896 von einem Weserkapitän erbaut. Über die Bedeutung des Turmes ist weiter nichts bekannt. Deshalb kann man annehmen, dass der Turm zur optischen Verschönerung des Hauses dienen soll. Als es noch die Mineralbäder gab, die sich dort befanden, wo jetzt der Parkplatz der katholischen Kirche ist,  hat die Betreiberin im unteren Teil des Hauses gewohnt. Weitere Eigentümer oder Pächter des Hauses waren der Halz-Nasen-Ohrenarzt Dr. Mitschke, das Elektrogeschäft Schmieding und danach eine Kindertagesstätte. In den 1980er

Jahren bekam das Haus einen Anbau auf der Süd -und Westseite, daher ergibt sich ein schizophrener Eindruck. Von einer Seite betrachtet sieht man ein Jugendstilhaus und von der anderen ein modernes Gebäude. 2001 kaufte der jetzige Eigentümer K. Hugow das Haus und nahm eine ausführliche Renovierung vor, bei der auch der Innenausbau den heutigen Anforderungen angepasst wurde.

 

 

 

 

Postkarte: Blick vom Paterberg über die

Herforder Straße in Richtung Valdorfer Straße.

 

Stichwort "Stahlbad Rahlbruch"

An der Herforder Straße unmittelbar gegenüber der Kirche der katholischen Gemeinde und neben dem dazugehörigen Friedhof befand sich das „Stahlbad Rahlbruch". Es lag ebenso wie die vorgenannten Objekte im Lot des Geländes zwei Meter tiefer als die Ebene der Herforder Straße. Der Name „Stahlbad" ist darauf zurückzuführen, dass das Wasser der Quelle (im Gegensatz zu mehreren anderen Quellen im Vlothoer Bereich) rostbraune Rückstände hinterließ, in denen Eisen enthalten war.

Das Quellengelände fiel bei der „Gemeinheitsteilung" (Aufteilung

des Bodens unter den Benutzungsberechtigten) an die Stadt Vlotho. Einen Teil dessen, etwa 1.000 Quadratmeter, überließ die Stadt im Jahre 1838 dem Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde, Eugenius Wansing (1815-1852). Er hatte schon zuvor bereits an der Quelle ein Brunnenhäuschen errichten lassen. Später wurde es dann durch den Bau eines kleinen Badehauses mit der Benutzungsmöglichkeit für zwei Wannen ersetzt.

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Geschichte

Stichwort Felsenkeller

Mit dem inzwischen abgebrochenen ,,Felsenkeller" ist ein Gebäude verschwunden, das trotz seiner zunächst abgelegenen Lage in der Wirtschaftsgeschichte der Stadt Vlotho, nicht nur als Gastwirtschaft, in den letzten 150 Jahren eine bedeutende Rolle gespielt hat. In den 1820er Jahren wurde ein Badebetrieb aufgebaut, der aber bereits nach 20 Jahren wieder eingestellt wurde. 1839 hat der aus Bayern stammende An­dreas Bauer im Felsenkeller eine Anlage zum Brauen von Bier errichtet. Dieses war die erste größere Bierbrauanlage und somit der eigentliche Beginn der Brauereizunft in Vlotho.1866 wurde die Brauerei verkauft und der neue Besitzer Müller stellte

1874 den Braubetrieb ein. Die Gastwirtschaft, deren Besitzer ufig wechselten, wurde weiterbetrieben. Im Jahr 1907 hieß der Betreiber Marten und der letzte im Jahre 1969 war Toni Walter Geisler.

Auf dem ehemaligen Gelände des Felsenkellers ist heute die Firma VW Schnieder ansässig.

Stichwort  Taake

Das Haus Taake, Herforder Straße 56 (Ecke Mühlenweg), befand sich neben der ESSO-Tankstelle. Auch die Tankstelle wurde von der Familie Taake betrieben. 1978 wurde die Tankstelle von Richard Tölle übernommen. Links in diesem Gebäude befand sich die Opel-Reparatur-Werkstatt der  Firma Taake. Später übernahm die Firma Potthast den Betrieb. Im rechten Teil des Hauses war bis 1968 das Lebensmittelgeschäft Schulz untergebracht. Wenig später wurde das Haus abgerissen. Heute ist der Getränkemarkt der Fa. Marktkauf an dieser Stelle.

Stichwort Wippermanns Mühle

Die Zeit, da die Wasser der Linnenbeeke - geläufiger die Bezeichnung „Forellenbach" - das Räderwerk der Mühle Wippermann nach Lust und Laune drehten, reicht weit zurück. Kein Geschichtsbuch, das man nur aufzuschlagen brauchte, gibt darüber jedoch letztgültige Auskunft. Urkundlich lässt sich allerdings auf Grund eines Kaufvertrages immerhin nachweisen, dass die Mühle bereits 1671 auf dem Rahlbruch im Hintergrund des derzeitigen „Marktkauf“ klapperte. Der Kaufvertrag deutete aber ohne Zweifel auf eine noch erheblich weiter zurückreichende Existenz der Mühle hin.

Mehr zu dieser Mühle finden Sie auf der Seite "Mühlen"

Stichwort Herforder Straße 1933 – vom Klusberg aufgenommen

Eine seltene Aufnahme ist dieses Foto. Es zeigt die Herforder Straße in Höhe der Bonneberger Straße. Im Vordergrund ist das "Union Werk Gesellschaft von Deylen" mit den Vorratsteichen zu sehen. Direkt daneben das Kunststeinwerk der Firma Gebr. Brinkmeyer. Weiter in der Ferne die kath. Kirche „Heilig Kreuz“. Auch gut zu erkennen, die damalige Baumallee an der Herforder Straße. In der Mitte des Bildes ist die damalige „Mühle Wippermann“ sichtbar. Auch noch gut zu erkennen, ist im rechten Teil die Kleinbahntrasse, die dort über die Herforder Straße führt.

 

 

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