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Die Vlothoer Zigarrenindustrie

 

Diese Seite soll ältere Bürger dieser Stadt an ihre Jugendzeit erinnern und für die jüngeren einen kleinen Blick in die Geschichte

der Stadt Vlotho ermöglichen.

 

Die Industrie in Vlotho 1911 -  Einwohner 5000

 
 

Brauereien

1

Buchdruckereien

2

Destillationen

3

Gasanstalt

1

Glanzstärkefabrik

1

Kalköfen

2

 

Kistenfabriken

4

Lohngerbereien

1

Maschinenfabrik

1

Mehlmühlen

3

Mineralwasserfabrik

1

Ölmühlen

1

 

Papierfabrik

1

Sägemühlen

2

Steinbrüche

1

Ziegeleien

1

Zigarrenfabriken

38

Zuckerfabriken

2

           
     

   

Stichwort Abwärtstrend in der Zigarrenindustrie

Nur noch 59 Zigarrenmacher in der Zigarrenstadt Vlotho (1961).

Zigarrenindustrie des Amtes Vlotho im Spiegel der Einwohnerbücher von 1926 und 1961

1962 war das „Heimat-Adressbuch Landkreis Herford 1961" erschienen. Da das Einwohnerverzeichnis auch die Berufe enthält, ermöglicht es, festzustellen, wie viel Einwohner in der Zigarrenindustrie tätig sind. Ein Vergleich mit dem ersten „Einwohnerbuch" aus dem Jahre 1926 zeigt, welch große Veränderungen in diesen 35 Jahren eingetreten waren.    Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

 

Stichwort Tabakindustrie

 

Als erster Fabrikant der Tabakverarbeiter hatte sich um 1773 der Kaufmann Becker aus Minden niedergelassen. Die erste Tabakwarenfabrik entstand 1830 (Busse und Hildebrandt). Weitere entstanden in den nächsten Jahrzehnten, so dass die Gewichtung zunahm und 1870 die zuvor bedeutsamere Zuckerindustrie ablöste. Die Absatzlage war so gut, dass allein in der Stadt Vlotho (mit Valdorf und Exter) im Jahr 1926 in 79  Betrieben Tabak verarbeitet wurde.

Durch Einführung der teuren Wickelmaschinen konnten die kleinen Manufakturen aufgrund sinkender Marktpreise und geringer Kapitaldecke mit der Entwicklung nicht mehr Schritt halten und die weltweite zurückgehende Nachfrage nach Zigarrenprodukten hielt auch bei uns Einzug. Im Februar 1957 kam es zur Schließung folgender Betriebe:

Th. Wiercks, G. Süllwold, Fritz Süllwold, Otto Süllwald, F. A. Prüßmeier, H. Schminke, C. A. Stemmer, Fritz Reuter - Valdorf West, Gustav Sprang und Heinrich Schemel - Hollwiesen.

 

Die rund 40 freigewordenen Arbeitskräfte fanden größtenteils wieder Beschäftigung in den neun noch verbliebenen Betrieben:

Friedrich Schöning, Schöning & Co., Niemann & Tintelnot, S. H. Klinksiek, H. A. Klinksiek, Prüßmeier & Krüger, Altehans, Friedrich Beenss und H. Kampmeier.

 

1968 gab es nur noch vier Tabakwarenfabriken in Vlotho. Es waren die Firmen:

Niemann & Tintelnot, Friedrich Schöning, Friedrich Beenss und S. H. Klinksiek

 

Als letzte Zigarrenfabrik stellte Niemann & Tintelnot 1983 die Produktion ein.

 

 

Die letzten vier Vlothoer Zigarrenfabriken

Stichwort Niemann & Tintelnot, Zigarrenfabrik

 Der Zigarrenfabrikant Emil Niemann, Vlotho und der Handlungsagent Leopold Tintelnot, Lemgo gründeten am 29. Juni 1867 die Zigarrenfabrik Niemann & Tintelnot. Erster Standort war das Thoßsche Lagerhaus Bismarckstraße 6 (ehemals Lagerstraße). Gut laufende Geschäfte führten zur stetigen Erweiterung der Gebäude an der Bismarckstraße. Mit 300 Beschäftigten war N&T die größte der damals 26 Zigarrenfabriken in Vlotho. 1913 wurde ein Grundstück an der Moltkestraße erworben, wo ein Jahr später ein Neubau entstand. Mit der Tabakindustrie ging  es in Vlotho weiter aufwärts. Es gab 1926 achtzig tabakverarbeitende Betriebe dort.

In der Wirtschaftskrise 1933 wurde das „Gesetz über die Einschränkung der Verwendung von Maschinen in der Zigarrenherstellung“ erlassen mit dem Ziel, die Beschäftigtenzahl in diesem Gewerbe zu erhalten. 1952 erfolgte der Ausbau des

Betriebes Bismarckstraße 7 als Einlagefabrik für die Tabakmischungen. Gleichzeitig kam es zur Erweiterung der Fabrik an der Moltkestraße.           Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort  Schöning Zigarrenfabrik

Die Geschichte der Zigarrenfabrik Schöning geht bis in das Jahr 1802 zurück. In diesem Jahr gründete Friedrich Schöning (1776-1833) die Jülich´sche Tabakfabrik. 1836 trat sein Sohn Hermann Schöning (1819-1857) in die Firma Busse & Hildebrand in Vlotho ein, die zuvor an der Langen Straße Nr. 55 neu gebaut hatten. Später wurde Busse & Hildebrand von der Firma Schöning übernommen.

Mit der Gründung der Zigarrenfabrik „Hoening & Schöning im Jahr 1846 machte die Firma Schöning in Vlotho an der Langen Straße Nr. 43 „Alte Bude“ ihren Anfang. Am 1. Januar 1849 kam der Osnabrücker Friedrich Schöning (1805-1877) nach Vlotho und trat in diese Firma ein. Fortan liefen die Geschäfte so gut, dass immer mehr Arbeitskräfte eingestellt wurden. So belief sich die Zahl der Beschäftigten im Jahr 1860 auf 266 Arbeiter, darunter 42 Frauen. Als Gustav Hoening 1870 starb, wurde die Firma von dessen Witwe Luise Hoening und Friedrich Schöning weitergeführt.

Nur ein Jahr später (1871)  wurde das Verhältnis der beiden Partner in gegenseitiger Übereinkunft gelöscht. Ab dem 1. Januar 1871 hieß die neue Firmenbezeichnung „Friedrich Schöning“.            Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort Beenss Zigarrenfabrik

Eine von vielen Vlothoer Zigarrenherstellern war die Zigarrenfabrik Beenss. Bereits 1872 wurde sie im Haus "Vlotho Nr. 94" an der Langen Straße neben dem Rathaus von Friedrich Beenss gegründet. Etwa um 1910 erfolgte der Umzug an die Winterbergstraße Nr. 16, wo die Firma von ihm und seinem Sohn Friedrich jun. geführt wurde.

Die Herstellung der Zigarren erfolgte bis Ende des 2.Weltkrieges in Heimarbeit, was damals in Vlotho gang und gäbe war. Die Heimarbeiter kamen mit Bollerwagen oder Schiebkarren immer samstags zum Abliefern der fertigen Zigarren. Die Tabakreste, d.h. Rippen und Sand(!) und die Zigarren

mussten auf Anordnung der Zollbehörde genau gewogen und in einem Ablieferbuch quittiert werden. Ein geringer, festgelegter  Schwund wurde toleriert.     Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort S.H. Klinksiek Zigarrenfabrik

Der Ursprung der Zigarrenfabrik Klinksiek geht auf einen kleinen Bauernhof in der Voßgrund im Ortsteil Valdorf-Ost zurück. Dort fertigten ab 1910 die vier Brüder (dem Alter nach) Wilhelm, August, Simon Heinrich und Heinrich die ersten Zigarren dieses Hauses.

Um 1919 gründeten die Brüder zwei neue Fabriken. Eine wurde von Wilhelm und August an der Wasserstraße (Nähe Wiesenstraße) eingerichtet, während Simon Heinrich Klinksiek (*1890 - †1954) und sein jüngerer Bruder Heinrich (als stiller Teilhaber) das Haus „Lange Straße Nr. 148“  in der Vlothoer Innenstadt erwarben. Dieses wurde zuvor von den Zigarrenfabrikanten Güse

und Heinrich Priemer genutzt.

In den folgenden Jahrzehnten ging es mit der Zigarrenindustrie stark aufwärts, was auch der Firma S.H. Klinksiek zugute kam. So entstanden Zweigbetriebe in Sternberg (Maehren, Sudetenland - heute Tschechische Republik) und in Talle (Lippe). Im Standort Sternberg, der von 1939 bis etwa 1943 bestand hatte, wurden mehr als 70 Personen beschäftigt.  Im Taller Betrieb, der bis etwa 1955 fertigte, waren bis zu 30 Personen tätig. Nicht so viele Arbeiter (etwa 25) waren im Stammsitz Vlotho angestellt, da in Vlotho die Fertigung fast ausschließlich in Heimarbeit erfolgte.

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