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Lange Straße - Teil 1

Lange Straße und Oberg bis alte Weserstraße

 

Diese Seite soll ältere Bürger dieser Stadt an ihre Jugendzeit erinnern und für die jüngeren einen kleinen Blick in die Geschichte

der Stadt Vlotho ermöglichen.

Stichwort  Die "Lange Straße" im Wandel der Zeiten

Einst hieß sie einfach „die Straße"

Die Lange Straße, die schon in früheren Jahrhunderten die Hauptverkehrs- und Geschäftsstraße Vlothos war, hat  im Laufe dieser Zeit nicht nur ihr Aussehen, sondern auch ihre Namen stark verändert. Denn die heutige Bezeichnung ist erst im 19. Jahrhundert entstanden. Bei einer Länge von fast 1,5 km führt sie ihren jetzigen Namen schon mit Recht. Geographisch gesehen hätte sie allerdings in ihrem unteren Teil eher als ,,Weserstraße“ und im oberen Teil als ,,Bachstraße" bezeichnet werden können.    Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

 

Postkarte Oberg 1911

Stichwort  Obergstraße

Der Oberg ist ein Berghang, gelegen zwischen dem Amthausberg und der Eisenbahntrasse am Güterbahnhof. Die Obergstraße ist ein schmaler Weg, der von der Langen Straße bergaufwärts führt. Schon um 1500 hat hier ein „Franz im Oberge“ ein Haus gebaut. Damit gehört die Obergstraße zu den ältesten Straßen Vlothos. Heute stehen an der Obergstraße fünf Häuser, wovon eins als Ruine bezeichnet werden darf (siehe Bildseite). Nicht durchgesetzt hat sich die Bezeichnung „Am Judenbrink“ die um 1700 auch genannt wurde. Es ist der Bergteil über der Häuserreihe des Oberges. Hier war bis 1854 der Jüdische Friedhof. Die noch vorhandenen Grabsteine wurden auf dem neuen jüdischen Friedhof an der Wasserstraße aufgestellt.

Lange Straße, Bliekenend

Stichwort Bliekenend

Als Bliekenend wurden die Häuser der Langen Straße Nr. 1 bis 14 und der Berghang, an dem sie standen, im Volksmund genannt. Der Name Bliekenend entstand durch die Angler die an der nah gelegenen Weser nach Blicken* fischten. * Blicke oder Halbbrasse genannt, zählt zu den Karpfenfischen.

 

Zeitzeuge Günter Graf erzählt.

Eine nette Geschichte vom

"Westfälischen Hof".

Geschichte des Hauses

Bliekenend, Lange Straße Nr. 10.

 

Stadtplan und Informationen

Bliekenend und Oberg 1963

 

Bilder, Lange Straße

"Bliekenend" Weitere Foto.

 

Erinnerungen an die "gute alte Zeit"

am Bliekenend.

Stichwort Haus Stumpe Lange Straße Nr. 2 (bis 1910, Vlotho Nr.2)

1689 wurde der Fachwerkbau errichtet. Acht Monate lang war daran gebaut worden. Nach der Fertigstellung erhielt es die Nummer „Vlotho Nr. 2". Wer es gebaut hat, ist nicht klar, sicher ist aber, dass schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Stumpes hier wohnten. Erster war der Schiffer Johann Friedrich Stumpe, letzte Besitzerin war Aenne Stumpe. In der fünften Generation, begann die Leidenszeit des alten Anwesens, ohne das Aenne Stumpe etwas dagegen tun konnte. Der Bombenangriff im März 1945 machte das Haus zunächst unbewohnbar, aber die Besitzerin ließ es wiederherrichten, wenn auch kaum Entschädigung bezahlt wurde. 1971

verschwand das Haus dann endgültig aus dem Stadtbild. Es musste der Verbreiterung der Straße weichen.

Die Abrissbagger, die im Namen der Stadtsanierung unterwegs waren, rissen das Haus trotz vieler Schreiben und Bitten nieder. Auch der über hundert Jahre alte Weinstock, acht ebenso alte Eichen, zwei große Eschen und ein Nussbaum mussten dran glauben. „Alles fiel einer Willkür zum Opfer", meinte Aenne Stumpe betrübt. 60.000 Mark Entschädigung erhielt sie für Grundstück und Haus.

Stichwort „Brink“ im Bliekenend

Der Wissende weiß, dass außer dem „Brink" gegenüber der Mühlenstraße auch mal der längst entrückte „Brink" gegenüber der Weserstraße das Vlothoer Stadtbild prägte. Diesen „Brinks", die man gemeinhin auch als Hügel bezeichnete, ist noch ein dritter hinzuzurechnen: Der „Drei-Häuser-Brink", wie ihn der Volksmund nannte. Verblüfft werden die Vlothoer, auch die ältesten unter ihnen, in übergroßer Mehrheit antworten: „Davon wissen wir nichts!" Dieser dritte „Brink" hatte seinen Platz „im Bliekenend", seitlich eingegrenzt von den Häusern des Zigarrenmachers Daniel (auch, Thimm, Keller, Bernhard), Lange Straße Nr. 3 und des Kolonialwarenhändlers und Zigarrenfabrikanten Hermann Burg (Berg), Lange Straße Nr. 7.    Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort Kohlen Wiemann / Wenner

Ein schmuckes Gebäude war das Fachwerkhaus an der Langen Straße Nr. 14. Dieses Haus wurde 1748 in kunsthandwerklicher Fachbauweise gebaut und in einem anheimelnden Sinne eingerichtet. Bereits ab 1789 wurde in diesem Hause eine Ausspann-Gaststätte betrieben, wobei Reisende auch ihre Kutschwagen und Pferde unterstellen konnten. Ferner war dort bis Anfang der 1900er Jahre ein Kolonialwarengeschäft untergebracht. 1898 eröffnete Wilhelm Wiemann in diesem Hause einen Brennstoffhandel. Später übernahm August Wiemann (1888 - 1933) den Betrieb und als letzter Besitzer leitete bis 1968 Hans Wenner

(1920 – 2005, Neffe von August Wiemann) die Firma „Kohlen Wiemann“. Durch die Stadtsanierung und den Ausbau der Langen Straße wurde die Kohlenhandlung geschlossen. Als Folge kam es zum Abriss der Gebäude, wofür nur wenige Vlothoer Bürger Verständnis hatten. Zunächst kam noch der Gedanke auf, das Fachwerkhaus nach Valdorf bzw. an die Valdorfer Straße zu versetzen und dort ein Museum einzurichten, aber die Pläne fanden kein Gehör. Im September 1971 wurde das Haus, welches sich noch in einem vorbildlichen Zustand befand, schließlich abgerissen. Viele Bilder mit Beschreibungen sind auf der Bildseite untergebracht

Lange Straße, Oberg bis Bahnhof

 

 

Stadtplan und Informationen, vom Oberg bis zum Bahnhof 1963

 

Bilder, Lange Straße vom

Oberg bis zum Bahnhof. Weitere Foto.

 

Haus Lange Straße 41 (heute Weserstraße 27) ist das älteste Haus

Stichwort Villa Schöning,

an der heutigen Weserstraße gegenüber dem Bahnhof, früher war es die Lange Straße Nr. 25.

Der Zigarrenfabrikant Willi Schöning ließ die Villa in den Jahren 1898/99 erbauen. Die Villa hat 15 Wohnräume, Nebenräume, Wirtschaftsräume und Gästezimmer. Als 1924 Willi Schöning starb, baute sein Sohn Julius Schöning die Villa 1925/26 auf den neuesten Stand  um. 1945 musste Julius Schöning die Villa zwangsräumen und das amerikanische Militär zog dort ein. Danach folgte die britische Besatzungsmacht. 1952 verkaufte Julius Schöning die Villa an den Kreis Herford. Später wurden die Räumlichkeiten an die AWO -

 (Arbeiterwohlfahrt) verpachtet und als Altenheim "Haus Schönblick" bis September 1975 genutzt. Im Jahr 1978 erwarb Erich Kuller die Villa und nutzte sie als Altenheim bis es 1981 zur Zwangsschließung kam. In den folgenden Jahren wechselten die Eigentümer mehrmals bis 1988 Alois Heim diese Villa für 200.000 Mark kaufte und Teilrenovierungen vornahm. Die Villa sollte sein Alterssitz werden, aber daraus wurde nichts. Alois Heim starb 2006. Nicht bekannte Personen haben inzwischen die Innenräume total zerstört und der Außenbereich ist ungepflegt. Im Dezember 2007 erwarb die Stadt Vlotho diesen Komplex. Was von allem noch wird, bleibt abzuwarten.

Die ausführliche Geschichte der "Villa Schöning" finden sie hier. 

Lange Straße, Bahnhof bis Rathaus

 

 

Stadtplan und Informationen, vom Bahnhof bis zum Rathaus 1963

 

Lange Straße vom Bahnhof bis

zum Rathaus. Weitere Foto.

 

Die Lange Straße in Höhe altes Rathaus / Hotel Ratstuben vor 1927

Stichwort Café Sonntag

Der Spirituosenhändler und Likörfabrikant Willy Sonntag, Sohn der alten Vlothoer Familie August Sonntag, beglückte im Jahre 1927 die Stadt Vlotho mit einem prachtvollem dreigeschossigen Neubau. Dem Bauvorhaben war die Lange Straße im Bereich zwischen dem alten Rathaus und dem Bahnhof vorbehalten. Dafür musste ein alter, zeitgemäß in Zement „verpackter" Fachwerkbau den Platz räumen. Dieser Altbau wurde häufig von den alten Vlothoern als Sonntag’sche „Schnapsbude" tituliert.

Wenn die Vlothoer übrigens damals über Willy Sonntag sprachen, nannten sie ihn „den Süßen“, was zweifellos von seiner Herstellung der süßlichen

Liköre herrührt. Für den Neubau war von Anfang an ein gastgewerblicher Mieter vorgesehen. Der Hauseigentümer verlieh indes – unbedacht dessen – dem Haus von außen seinen bleibenden Namen „Café Sonntag". Dieser Schriftzug wurde ins Mauerwerk in die Brüstung des 1. Obergeschosses eingelassen (siehe linkes Foto).

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Zur besseren Übersicht der Familie Sonntag, ist hier ein Stammbaum:    

Abbildungen die an den Likörfabrikanten Wilhelm (gen. Willy) Sonntag erinnern, finden Sie hier:    

.

Mehr über den Lohnkutscher und Gastwirt August Sonntag, finden Sie weiter unten im Artikel „Alt Heidelberg - Wirte / Conzession“

Stichwort Meier-Pferdehandlung / Fernseh-Meier

Heinrich Meier (1901-1967) unterhielt eine Pferdehandlung an der Langen Straße Nr. 48, die bereits sein Vater im 19. Jahrhundert gründete. Als er aus Altersgründen aufgab, übernahm sein Sohn Heiner (1967) die Pferdehandlung und führte sie in Bielefeld weiter.

Der zweite Sohn, Hans-Jürgen Meier (geb.1942) verblieb im elterlichen Haus. Nach seiner Lehre als Rundfunk-Fernsehtechniker in Herford verbrachte er einige Gesellenjahre bei der Vlothoer Elektrofirma Ernst Gawehn an der Weserstraße. In dieser Zeit erweiterte er sein

Fachwissen,um im Spätsommer 1966 seine Meisterprüfung abzulegen.         Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort Haus Lange Straße Nr. 63

Ein Bericht der Vlothoer Zeitung vom 5. Januar 2005.

Ein altes Schmuckstück verfällt

Lange Straße 63: Dr. Ulrich Malz wendet sich an den Rat der Stadt

Es könnte zu den schmucksten Häusern der Vlothoer Innenstadt gehören, doch die Zeichen stehen auf Verfall. Einen heruntergekommenen Eindruck macht das kleine Fachwerkhaus Lange Straße 63 - gegenüber dem Rathaus gelegen. Auf den Rat der Stadt wandte sich jetzt Dr. Ulrich Malz.        Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort „Hotel Goette“ / „Hotel Koch“ / „Hotel Ratsstuben“

Christian Goette hatte 1830 das Hotelgebäude von dem vormaligem Eigentümer Gerlach Focke, Schiffseigner, käuflich erworben. Goette verschaffte dem Haus im Verlauf eines Um- und Ausbaues ein zeitgemäßes Aussehen. Es wurde weit und breit bekannt als „Kaffee- und Weinhaus Goette". Darunter hatte man auch zu verstehen, dass Schnaps und Bier dort nicht zu haben waren. Sohn Fritz übernahm 1860 das väterliche Erbe. Er führte es weiter unter der Bezeichnung „Hotel Goette". Die schnaps- und bierlose Zeit gehörte folglich der Vergangenheit an. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb Christian Kuno

Koch aus Hannover das Hotel und gab ihm den Namen „Ratsstuben". Er verkaufte schließlich das geräumte Hotelgebäude der Stadt Vlotho. Die wiederum veräußerte es an einen Münchener namens Gregor. Dieser letztgenannte Eigentümer hatte kurz zuvor schräg gegenüber das „Weserzentrum" entstehen lassen. Ein Missgriff, wenn man bedenkt, dass es weitgehend seinen Zweck verfehlt hat.

Geschichten aus dem Arbeitsalltag des Hotels Goette finden Sie hier. 

Lange Straße, Rathaus bis alte Weserstraße (heute Klosterstraße).

 

Stichwort Modenhaus Eisenreich

Was den geschichtlichen Werdegang des Unternehmens ausmacht, so betrieb nach Gewährung der Gewerbefreiheit an die Juden Michel Rüdenberg bereits seit dem Jahre 1833 im Hause Lange Straße 62 ein Geschäft, in welchem er, wie alle anderen jüdischen Kaufleute, mit Leinsamen handelte, der aus den baltischen Ländern auf dem Schiffswege nach Vlotho kam. Außerdem verkaufte er den Bauern Garn, das er, nachdem es versponnen war, wieder aufkaufte. Er brachte es dabei immerhin so weit, dass er unter den 38 Kaufleuten, die sich 1853 an den Unkosten des Besuches beteiligten, den König Friedrich Wilhelm IV.

Vlotho abstattete, mit einer Gemeindesteuer von 10 Talern im Jahr an 32. Stelle stand. (Höchster Steuerzahler war sein Nachbar Zigarrenfabrikat Hildebrand, der 84 Taler jährlich zahlte).    Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort Synagoge (Jüdisches Gotteshaus)

Die Vlothoer Synagoge wurde in den Jahren 1850/51 erbaut. Das Grundstück lag im hinteren Bereich der Langen Straße Nr. 66 und reichte bis zur Kleinbahntrasse. Heute steht auf diesem Bereich das Wesercenter. Vormittags, am 10. November 1938 wurde die Synagoge durch einige Männer der Nationalsozialisten zerstört. Zuerst wurde die Inneneinrichtung mit Hämmern und Äxten zerschlagen und danach noch der Dachstuhl des Gebäudes heruntergerissen. Das Steingemäuer der Synagoge verfiel danach, bis es 1956 total entfernt wurde.Auch der Jüdische Friedhof an der Wasserstraße (ab 1854) wurde geschändet. Ein Drittel der Grabstellen

musste restauriert werden. Seit 1986 steht der jüdische Friedhof unter Denkmalschutz.

Der alte jüdische Friedhof am Oberg 2009:  

Stichwort Synagogengedenkstein und Loeb-Rede

An der Langen Straße, nur wenige Meter  von der Stelle entfernt, wo einst die jüdische Synagoge stand, wurde ein Gedenkstein aufgestellt, der  am 10. November 1988 eingeweiht wurde. Er soll an die Zerstörung der Synagoge 1938 erinnern. Ein gutes Jahrzehnt später reiste Hans Loeb (USA) noch einmal in seine alte Heimatstadt, um an der Gedenkveranstaltung zur „Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft" teilzunehmen.

Bei seiner Rede am 27. Januar 1997 an der Kulturfabrik Vlotho erinnerte der Ehrenbürger Hans Loeb an die feierliche Einweihung des

Synagogengedenksteines vor 9 Jahren. Auf der Bildseite finden sie die Übersetzung des Loeb-Textes.

Mehr über den Ehrenbürger Stephen Hans Loeb, finden Sie auf der Seite  „Vlotho“ – „Personen / Vereine“

Postkarte Lange Straße

Die alte Postkarte (sie stammt aus der Zeit von vor 1918) zeigt den Bereich der Langen Straße, wo heute das Geschäftshaus „Weser-Center“ steht. Das Gebäude mit dem Türmchen ist das Rathaus (Lange Straße Nr. 60). Rechts daneben das Kaufhaus der Gebrüder Rüdenberg (Nr. 62) (später Eisenreich). Diese jüdische Familie fiel den Nazi-Pogromen zum Opfer. Neben Rüdenberg dann das Haus Aumann (Nr.  64) (Wilhelm Aumann bekannt für seine Gedichte, die er gelegentlich auch im Vlothoer Wochenbatt veröffentlichte). Das Haus neben Aumanns (Nr. 66) war bis 1913 eine jüdische Schule, danach Wohnhaus.

Daran schloss sich dann das Haus Casselmann (Nr. 68) (Gasthof Deutsches Haus) an, daneben Alt-Heidelberg (Nr. 70). Das Haus ganz links ist das Gebäude der Raths-Apotheke (Nr. 69), das heute noch so besteht. In der Bildmitte zwischen Rathaus und Apotheke ist noch ein weiteres Haus (Brockmann) zu erkennen, das damals von den Vlothoern „Buttend" genannt wurde. An der Stelle war dann ab 1927der Brückenkopf.

Stichwort Vlothoer Apotheken

Eine Apotheke besaß Vlotho schon um 1690. Das ergibt sich aus dem Grabstein des ersten Apothekers Meinhard Edwin Schröder. Dieser starb 1708. Erster überlieferter Standort einer Apotheke war an der Langen Straße Nr. 65 (heute Ratsstuben) und danach an der Langen Straße Nr. 71 (Haus Adriani).

Im Jahre 1799 erwarb der Apotheker Dr. phil. Karl Doench aus Erder von dem Apotheker und Postkommissar Schmidt die Vlothoer Apotheke, die bereits seit 1690 unter sechs Vorgängern bestand.

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

 

Stichwort Haus Adriani

Das Haus Adriani auf dem Brink an der Langen Straße Nr. 71 gehört zu den ältesten Häusern von Vlotho. Das Fachwerkhaus wurde 1619 erbaut und ist damit ein wenig jünger als das 1604 erbaute Haus „Altheidelberg“. Von dem Erbauer ist leider nichts bekannt. In den vergangenen Jahrhunderten waren dort fast ausschließlich Apotheker ansässig. Letzter Apotheker in dem Haus war Adolf Walter, der im Jahre 1907 im Garten nebenan die heutige Raths-Apotheke erbaute und am 8. Mai 1908 das alte Haus an den Rechtsanwalt Erich Adriani verkaufte. Das Haus welches in den 1970er Jahren mehrfach restauriert wurde, ist heute ein Schmuckstück an der Langen Straße.      Geschichte

 

Blick von der Langen Straße in die Mühlenstraße um 1935.

 

Haus Lange Straße Nr. 72

Rudolf Brand / Horst Pollok

Geschichte

 

Haus Lange Straße Nr. 81

Foto: Mai 2009.

Bericht

Stichwort Peter Janda

Von dem aus Oberschlesien vertriebenen Peter Janda wurde schon im Juli 1945 zunächst im Gasthaus „Felsenkeller" ein Textilhandel mit Uniformstücken eröffnet. Zwei Jahre später wurde an der Langen Straße Nr. 83 ein Ladengeschäft eingerichtet, das später durch einen „Minimarkt" für Haushaltwaren im Hause Nr. 97 erweitert wurde. Etwa zwanzig Jahre später (um 1966) wurde das frühere Hotel Großkord Lange Straße Nr. 90 übernommen. Dort wurde dann der „Mini-Markt" eröffnet, in dem Elektroartikel, Spielwaren und Campingartikel angeboten wurde. Ferner wurden noch Zweigstellen in Herford und Rinteln errichtet. In den beiden Vlothoer Geschäften waren 1968 34 Personen tätig.

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort August Fürhölter
Das Eisen- und Haushaltswarengeschäft August Fürhölter an der Langen Straße Nr. 85 wurde am 1.Oktober 1947 von Heinrich Begemann (geb. 1904) und Franz Leo Meyer zu Farwick (geb. 1922) übernommen. Beide waren zuvor  bei der Firma August Hoffmann an der Weserstraße tätig. Durch gute Umsätze in den nächsten Jahren konnte sich das Geschäft erheblich vergrößern. So war die Zahl der Beschäftigten (1957) auf neun Angestellte gewachsen. Obwohl die Geschäfte weiterhin gut liefen, kam es im Oktober 1959 zu Trennung der beiden Inhaber. Franz Leo Meyer zu

Farwick verblieb in den Räumlichkeiten der Firma Fürhölter, während  Heinrich Begemann eine neue Firma in Uffeln an der Gutenbergstraße eröffnete. Nach der Trennung baute Meyer zu Farwick (1960) ein großes Geschäftshaus am Sommerfelder Platz. Dieses Gebäude musste jedoch 2006 aufgegeben werden. Sein Sohn Franz Martin, der zwischenzeitlich das Geschäft seines verstorbenen Vaters (1998) übernommen hatte, zog 2006 in das Haus Lange Straße Nr. 83 (früher Peter Janda), wo noch heute der Verkauf stattfindet. Die Firma Begemann GmbH an der Gutenbergstraße konnte das Geschäft nach 1960 stetig ausbauen. Als Heinrich Begemann 1985 starb, übernahm Wilfried Diekmann diesen Betrieb und leitet ihn noch heute.        

Stichwort Haus Pein / Oma Pein Lange Straße Nr. 91

Über 300 Jahre hatte das 1651 erbaute, hier abgebildete Haus Lange Straße 91 überdauert, bis es 1969/70 dem Neubau des Schlachtermeisters Lämmel (später Textilfachgeschäft Hilker) weichen musste. Die nachbarlich links- und rechtsaußen flankierenden Häuser Lange Straße 93 (Steinman) und Lange Straße 89 (Wedhorn-Filiale, heute Allianz) sind jeweils nur ein bzw. zwei Jahre jünger - sicher ein zeitlich seltenes, städtebauliches Vorkommen. Das Haus Lange Straße 91 musste es ertragen, dass auch ihm wie vielen alten Vlothoer Häusern eines Tages ein das Fachwerk verschandelnder Zementputz aufgezwungen wurde. In diesem Haus wurde den Eheleuten Dahms eine Tochter (Emilie) geboren, die den Brauer Rudolf Pein heiratete, und ein Sohn, der unverheiratet blieb. Als für den Sohn und die Tochter schon der späte Herbst des Lebens

gekommen war, hießen sie im Volksmund nur „Kapellenmutter Oma Pein" und „Dahms Nante". 

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

 

Die "Grund"

Stichwort Die „ Grund"

Als die "Grund“ wurde ein Teil der Lange Straße bezeichnet. Dabei handelt es sich um die Häuser Nr. 80 bis Nr. 88. „Die Grund“ lag ungefähr zwei Meter tiefer als die Lange Straße und die Häuser standen etwa 3m zurück. Das Haus Nr. 88 wurde bereits Anfang der 1950er Jahre abgerissen. Der freigewordene Platz wurde für einen Erweiterungsbau des Hotels Großkord genutzt. Die anderen vier Häuser wurden in der zweiten Jahreshälfte 1954 nach und nach abgetragen. Ein verblüffendes Stück Alt-VIothos. Die Vlothoer schieden nur ungern von ihrer „geliebten Grund" mit den schon fast 300 Jahre alten fünf Hausveteranen. Dieser Stadtteil wurde von Gästen der Stadt so oft bewundert und fotografiert.

Hier eine Liste der letzten Hausbesitzer und Geschäfte. 

Stichwort Haus Brockmann

In dem inzwischen modernisierten Haus Lange Straße 99 (bis 1910 Nr. 129) mit der derzeitigen „Mode Galerie Geisen“  wurde früher von dem Hauseigentümer Joseph Brockmann eine Gastwirtschaft (rechts) und ein Kolonialwaren- und Haushaltswarengeschäft (links) betrieben. Weitere Geschäfte danach waren: Kaiser´s Kaffee-Geschäft und Litex-Textilgeschäft. Brockmann war zudem Schifffahrts-Agent. Also Mittelsmann zwischen Weserschiffer und ihren Auftraggebern, soweit der Weserhafen dafür in Betracht kam. Das wirkte sich auch recht günstig für seine Restauration aus, die insofern ein gern besuchter „Anlegeplatz" war.

Stichwort Kunze Schuhhaus

Das Schuhhaus, das heute von Holger Kunze und seinen Eltern Ewald und Ilse Kunze geführt wird, hat seinen Ursprung nicht in Vlotho. Ende Oktober 1894 gründete der Schuhmachermeister Heinrich Dröschmeister im damaligen Flecken Varenholz, heute Nachbargemeinde Kalletal, seine Schuhmacherwerkstatt. Er stellte Maßschuhe her und erledigte Reparaturen. 1910 kam ein kleines Geschäft hinzu, in dem „Confektionsschuhe" verkauft wurden. Dröschmeister war damals nicht der einzige Schuhmacher im Ort. Fünf weitere selbständige Schuster gab es außer ihm noch.

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Stichwort Reformiertes Pfarrhaus – „Schmuckmannsche Haus“

Die Geschichte des Hauses, das leider vor dem II. Weltkriege abgebrochen worden ist. Es gehörte zusammen mit der dahinter liegenden Scheune zu dem ehemaligen Walhofe, einem der alten Vlothoer Burgmannshöfe. Nach der Inschrift wurde es im Jahre 1540 von dem Burggrafen Johann von Hoerde erbaut und 1570 von Johann Schuckmann umgebaut. Er bezeichnete sich in griechischer Schrift als „Probulus" („Ratsherr"), eine einmalige Seltenheit.

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Stichwort Vlothos Stadtzentrum im Jahre 1913

Fotos aus etwa jenem Zeitabschnitt "sind rar, da es dazumal umständlich und kostspielig war, etwas abzulichten. Meistens waren es Bürger, die von Berufs wegen mit ihren schweren kofferähnlichen „Photographiergeräten" (auf klobigen, dreibeinigen hölzernen Stativen verschraubt) den Objekten nachspürten.

Dieses Foto aus dem Jahre 1913 zeigt die Lange Straße in Höhe der St. Johannis-Kirche. Nur über mehrstufige, klotzige Steintreppen gelangte man in das Innere. Diese fast schon kurios wirkenden baulichen Außenseiter" waren aber die Folge davon,

dass der einst auch vor diesen Häusern entlang führende Brink im Jahre 1905 abgetragen wurde. Irgendwie musste ja der dadurch entstandene Höhenunterschied ausgeglichen werden, wollte man nicht, wie es weiter in Richtung Stadtmitte geschah, die Häuser ersatzweise mit zusätzlichen Erdgeschossen zur Aufnahme von Läden versehen. - Im Hintergrund treten noch die Geschäftshäuser Armbster/Hampe (zuletzt Schlecker) und Loeb (heute Zurheide) hervor.

Eine Übersicht der Geschäfte und Mieter in diesem Bereich "Lange Straße Zentrum" finden Sie hier.

 

 

Hier endet Teil 1 der Lange Straße. Weiter geht es im Teil 2 ab der Einmündung alte Weserstraße

(heute Klosterstraße) bis zur Herforder Straße.

 

 

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