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Die alte Weserstraße (jetzt teilweise Klosterstraße)

 

Diese Seite soll ältere Bürger dieser Stadt an ihre Jugendzeit erinnern und für die jüngeren einen kleinen Blick in die Geschichte

der Stadt Vlotho ermöglichen.

Stichwort alte Weserstraße (vor 1980), neue Weserstraße

Die alte Weserstraße ist heute die Klosterstraße. Die jetzige Weserstraße beginnt am Sperlsiek und führt dann weiter Richtung Kalldorf bis zur Gaststätte Weserlust, an der Lippischen Grenze.

 

Stichwort Knöner Uhren Schmuck Optik

Am 1. August 1896 wurde das Geschäft von Carl Knöner in "Vlotho Nr. 142", (ab 1910 hieß es Weserstraße Nr. 1, heute Klosterstraße Nr. 1) gegründet. Noch im selben Jahr fand seine Verlobung mit Else Sukrow statt. Als Carl Knöner verstarb, übernahm Grete Knöner Haus und Geschäft, bis dieses im März 1972 an Hans-Simon Knöner überging. Hans-Simon Knöner ist gebürtig aus Exter. Sein Vater Simon Knöner sen. betrieb dort ein Hotel mit Gaststätte (Zum Bahnhof- Heute Hotel Grotegut). Die gute Geschäftsentwicklung in den nächsten Jahren führte dazu, dass die Räumlichkeiten für eine Weiterentwicklung nicht mehr

reichten. So entschloss man sich das Geschäft aufzugliedern. 1979 erwarb Hans-Simon Knöner das Haus „Lange Straße Nr. 109“  von Grete Knöner. Nach einer Umbauzeit von vier Monaten eröffnete er dort am 5. Oktober 1979 seine Optik-Abteilung, während Uhren und Schmuck an der Weserstraße verblieben. Heute widmet sich  Hans-Simon Knöner ausschließlich dem Optik-Geschäft an der Langen Straße Nr. 109. Brigitte Knöner unterhält das Uhren- und Schmuckgeschäft an der Klosterstraße Nr. 1.

Weitere Informationen über das Geschäft Knöner finden Sie auf der Seite "Lange Straße Teil 2".

Stichwort Finkhäuser

Schneidermeister Franz Finkhäuser erwarbt 1892 das Haus Nr. 140. Die Geschwister Luise und Hugo Finkhäuser eröffneten 1921 ein Kurz- und Wollwarengeschäft. 1948 tritt Walter Finkhäuser in das Unternehmen ein. Als dritte Generation folgt 1986 Jürgen Finkhäuser. Heute ist Finkhäuser ein modernes Textilhaus an der Klosterstraße.

Mehr zur Familiengeschichte- und Geschäft Finkhäuser, können Sie auf der Webseite von Finkhäuser

(www.finkhaeuser.com) erfahren.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Jürgen Finkhäuser, der mir eine große Anzahl Fotos für meine Web-Seiten, 

zur Verfügung stellte.

 
 

Finkhäuser 1922. Mit auf dem Foto:

 Rosa Therese und Hugo Finkhäuser

.

 

Finkhäuser 1950

 

Finkhäuser 2008,

ein modernes Textilwaren-Geschäft.

Weserstraße 1981

Die Weserstraße, wie sie sich vor dem Ausbau zur Klosterstraße darbot. Links, das Haus Nr. 6 noch mit Foto Porst als Mieter. Rechts, das Haus Nr. 8, das hier schon leer steht und auf den Abbruch wartet, bis es schließlich 1983 abgetragen wurde. Beide Fotos: 1981.

Stichwort Kuhls-Mühlenrad

Altes Wasserrad der Kuhlschen Mühle steht als technisches Denkmal jetzt am Forellenbach an der Klosterstraße.

Jahrelang verrottete ein altes Mühlrad auf einer Wiese am Unionsplatz, die Vlothoer hatten es fast vergessen. Erst 1989 erwachte es aus seinem Dornröschenschlaf, in den es 1975 beim Abbruch der Kuhlschen Mühle, deren Mühlsteine es angetrieben hatte, gefallen war. Am Sonnabend den 6. Juli 1991 wurde das Mühlrad mit einem Durchmesser von 5,40 Metern mit einem 50-Tonnen-Autokran den Vlothoern sozusagen ins Bewusstsein zurückgetragen. Seitdem steht es als technisches Denkmal für die Mühlen,

die in großer Zahl an Vlothos Forellenbach (Mühlenbach) bis in die jüngste Vergangenheit noch existierten, gegenüber der Klosterstraße.      Bericht      Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort Hochwasser 1931

Ein starkes Gewitter in der Nacht vom 7. zum 8. Mai 1931 löste in Vlotho eine Überschwemmungskatastrophe aus. Durch das hohe Wasser des Forellenbaches wurden erhebliche Schäden auf der Horst und Tischler Bonse an der Valdorfer Straße 5 angerichtet. Besonders hart traf es die Geschäfte an der Weserstraße. Im Textilgeschäft Finkhäuser stand das Wasser so hoch, dass die Theken umstürzten. Bei der Druckerei Meyer standen die Maschinen bis zu einem halben Meter im Wasser. Ein ähnliches Unwetter hatte es zuvor im Jahr 1768 gegeben.

 

 

Am Morgen wurden die Schäden erst deutlich sichtbar. Noch ist die Feuerwehr im Einsatz. Keller mussten leer gepumpt werden.

 

Die Weserstraße um 1900.

Links das Geschäft Tengeler, ab 1904 August Hoffmann. Rechts, Sievert & Gellern. Später Sturhan.

 

1965 bot die Weserstraße im Zuge der Bachbrücke dieses Bild.

Bericht

 

Stichwort Hemeier`s Grillstube

Das rechte Foto zeigt Hemeier`s Grillstube an der Weserstraße 1975. Durch den Bau der Entlastungsstraße bedingt, zog Hemeier danach in den Dixi ein. Heute ist die Imbisstube auf der Horst. Links daneben ist die Schmiede und Schlosserei von Hans Weber sichtbar. Am linken Rand: Schuhhaus Kunze. Alle Gebäude wurden abgerissen.

Stichwort Weserstraße 1955

Etwa zehn Jahre (um 1955) nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs hatte die Weserstraße im Bereich der Kleinbahnhaltestelle das fotografisch abgebildete Aussehen. In dem ersten Haus auf der rechten Straßenseite übte der Arzt Dr. Charton noch kurz vor dem Zweiten Weltkrieg seinen Beruf in seiner Praxis aus. Danach wurde es für geschäftliche Zwecke um- und ausgebaut. In dem entstandenen Ladenlokal betrieb vor 1938 zunächst der jüdische Einwohner Adolf Simon ein Schuhgeschäft. Nach dem 2. Weltkrieg folgte Heinrich Denecke, er bot vornehmlich Korbwaren an. Danach hatte das Haushaltswarengeschäft August Hoffmann das Ladenlokal gemietet.

Es diente ausschließlich zum Verkauf von Spielzeug.

1964 mietete das Schuhhaus Kunze die Ladenräume. Infolge der Stadtsanierung verlagerte das Schuhhaus aber wohl oder übel das Geschäft und zog in das frühere Haus Gerke (später Schuhhaus Backhaus) an der Langen Straße Nr. 105 ein. Dort besteht es auch heute noch.

Stichwort Brücke über dem Forellenbach Weserstraße

Während der dahinrinnenden Jahre von 1648 bis 1955 steckte in der Brücke, die in der Weserstraße über den Bach führte, der „Keim" vielfacher Veränderungen. Ehedem war dort nicht einmal ein brückenähnliches Gebilde vorhanden. Wer von dem einen nach dem anderen Ufer strebte, war auf eine heraus geschaufelte Furt angewiesen. Viele Brücken waren in den vergangenen Jahrhunderten zerstört worden. Nach dem Hochwasser im Mai 1931, bei dem die Brücke wieder mal Schaden nahm, wurde einige Jahre später eine

Betonbrücke errichtet, die bis zur Stadtsanierung Bestand (um1982) hatte.   Bericht

Stichwort Gasthaus zur Post

Dem Bau der Entlastungsstraße ist auch das Lokal „Gasthaus zur Post" an der Weserstraße Nr. 9 zum Opfer gefallen. Es wurde im Mai 1974 abgerissen. Seinen Namen hatte die Gastwirtschaft von dem Postamt, das sich früher im Nachbarhaus befand. Als dieses Haus im Jahre 1861 von dem Postmeister Georg Heinrich Schmidt abgebrochen wurde, diente der Neubau nur dem Postbetrieb. Die Gaststätte „Zur Post“ dagegen, wurde in dem ehemaligen Nebenhaus eingerichtet, das durch einen Anbau an der Rückseite erweitert worden war. Es ging im Jahre 1866 durch Verkauf in den Besitz des Gastwirtes Viehring über. Nach seinem Tode erbte es die Tochter

Johanne, die mit dem Lehrer Verwold verheiratet war. Sie übertrug die Führung der Wirtschaft an Friedrich Lüer, der sie 1901 als Eigentum erwarb. Er starb am 24.1.1945 während eines Luftangriffes am Herzschlag. Die Gastwirtschaft hatte er schon 1937 an Heinrich Tiemeyer übertragen. Nach dem zweiten Weltkrieg wechselten die Wirte als Pächter. Auf Carl Müller, Frau Grete Korte und Günter Schwier folgte im Jahre 1968 Friedrich Kischkel als letzter Wirt.   Geschichte

Stichwort Geschichte des Hauses alte Weserstraße Nr. 10

Das Haus an der alten Weserstraße Nr.10 (zuvor bis 1910 war es Nr. 264) war nicht so alt, was beim Abriss (1981) nochmals festgestellt werden konnte. Lediglich die Kellergewölbe, die bis unter den Bürgersteig reichten, sind älter gewesen. Die dazu gehörigen Fenster waren hier durch Roste abgedeckt. In dem Buch „Geschichte der Stadt Vlotho" berichtet Harland, dass ein Vorläufer des Hauses nach Verkauf im Jahre 1844 durch einen Neubau ersetzt worden war. Dieser wiederum fiel dann im Jahre 1877 dem Großbrand zum Opfer, als die Häuser an der Einmündung der Poststraße in die Weserstraße (Kleine und Sievert,

Weserstraße Nr. 10 und 13) mit ihren Scheunen abbrannten.

 

 

Stichwort August Hoffmann

Das Eisen- und Haushaltswaren Geschäft wurde am 1. Oktober 1904 von August Hoffmann an der Weserstraße Nr.11 gegründet. Zuvor war in diesem Gebäude das Geschäft Gustav Tengeler Hausrat und Lebensmittel ansässig. Auch August Hoffmann verkaufte anfangs neben Haushaltswaren noch Lebensmittel. August Hoffmann sen. führte das Geschäft zweiundvierzig Jahre. In der Zeit wurden einige Anbauten durchgeführt und neben dem Eisenwarengeschäft noch der Stahlhandel aufgenommen. Als August Hoffmann sen. 1946 plötzlich verstarb, übernahmen die beiden Söhne August und Werner Hoffmann die Leitung der Firma. Für den dritten

Sohn Walter hatte er zuvor ein Eisenwarengeschäft in Bad Oeynhausen eröffnet.

Nachdem die Firma Leffers-Bekleidung 1960 das Nachbarhaus Nr. 13 verließ, übernahm Hoffmann am 18. Okt. 1961 die Geschäftsräume und richtete dort den Verkauf von Porzellan, Haushaltswaren und Spielzeug ein. 1962 wurde ein Grundstück am Höferweg in Uffeln erworben. Hier wurde eine große Halle für die Lagerung und Verkauf von Walzstahl- und Baueisen errichtet. 1974 übertrug Werner Hoffmann die Alleinverantwortung an seinen Sohn Hans Werner Hoffmann. Durch den Bau der Entlastungsstraße ergab sich im August 1979 der Umzug in die zuvor neu erbaute moderne Verkaufshalle an den Höferweg Nr. 24. Der Verkauf von Porzellan, Haushaltswaren und Spielzeug verblieb an der Weserstraße Nr. 13. Am 24. Mai 1980 kam durch einen tragischen Unfall beim Go-Carts-Fahren Hans Werner Hoffmann ums Leben.

1981 wurde die Firma Hoffmann an Heitkamp & Hacker verpachtet. Nur ein Jahr später wurde Heitkamp & Hacker aus Minden auch Besitzer dieser Firma. Von dem alten Vlothoer Familienunternehmen ist nur noch der Name „Hoffmann“ geblieben. 2009 meldete das Unternehmen Insolvenz an und wurde im September 2009 geschlossen.

Stichwort Stadtsparkasse Vlotho / Sparkasse Herford

Als Einmannbetrieb begann die Stadtsparkasse Vlotho im Jahre 1883 im Hause des Rendanten Saul, Weserstraße 8, ihre Tätigkeit. 1885 wurde der Kaufmann Heinrich Heitmann Rendant. Er wohnte in dem später abgebrannten Hause Lange Straße 144. 1918 wurde das ehemalige Haus Güse an der Weserstraße 16 erworben, das durch Um- und Anbauten in den Jahren 1929/30 und 1958 erheblich erweitert wurde. 1968 waren hier 36 Personen tätig. Erste Sparkasse in Vlotho war die Kreissparkasse Herford, die am 4. April 1847 eine Zweigstelle in Vlotho eröffnete.

Einen ausführlichen Bericht über die Geschichte der Vlothoer Stadtsparkassefinden Sie hier. 

Stichwort Vlothoer Postamt

Seit 1856 hat Vlotho ein ortseigenes Postamt. Es wurde neben dem Gasthaus „Zur Post“ an der Weserstraße, in der Nähe der heutigen Klosterstraße eröffnet. Im Jahr 1881 erfolgte der Umzug in die Koppelstraße. Als dort 1894 das neue staatliche Postgebäude erbaut wurde, wurde die Koppelstraße in Poststraße umbenannt. Noch heute ist das Gebäude mit der Haus-Nr. 10 an der Poststraße vorhanden. Am Giebel befindet sich der alte Reichsadler. Als die Räumlichkeiten im Laufe der Zeit zu klein wurden, baute die Postdirektion ein neues Gebäude an der Weserstraße. Der Umzug erfolgte 1931 und der Buchdrucker Heinrich Meyer (ehemaliger Herausgeber des Vlothoer Wochenblatts) nutzte von nun an die bisherigen Räumlichkeiten.

Als 2008 bundesweit viele kleine Postämter geschlossen wurden, war auch Vlotho davon betroffen. Die deutsche Post verkaufte das Gebäude an einen amerikanischen Investor. Am 6. September 2008 war der letzte Schaltertag des Postamtes Vlotho an der Poststraße Nr. 3 neben der Sparkasse. Nur die Postfächer werden weiter genutzt, dafür muss die deutsche Post eine Miete an den Investor entrichten.

Seit dem 8. September 2008 werden die postalischen Dienstleistungen im Haus Wedhorn an der Herforder Straße 1 angeboten.

Einen ausführlichen Bericht über die Vlothoer Postgeschichte finden Sie hier. 

Stichwort Hotel Lütke

Am 15. April 1938 übernahm Hans Lütke (*1899-1965) das ehemalige Hotel Delkeskamp an der Weserstraße Nr. 29,  das 1871 von August Delkeskamp erbaut wurde. Schwierige aber auch erfolgreiche Jahre hatte Herr Lüttke in den nächsten zwanzig Jahren gemeistert. Ende der 1940er Jahre, wurde das Hotel in "Hotel Lütke" umbenannt. Am 30. Januar 1947 eröffnete er das Kino „Weserlichtspiele“. Nach dem Krieg entwickelte sich Vlotho zur Filmstadt. Im Hotel wohnten Filmstars- und Sternchen. Grethe Weiser, Hardy Krüger, Hildegard Knef und viele mehr verbrachten damals ihre Zeit in Vlotho. Auch die Staatssekretärin Hildegard Hamm-Brücher

zählte zu den Hotelgästen. 1958 übernahm sein Sohn Bernhard Lütke (geb. 1928) die Geschäftsführung. Durch einige Umbauten wurde das Hotel nach und nach erweitert. Das Haus umfasste 20 Hotelzimmer, zwei Konferenzräume und eine Bar. Hinzu kam der Saal mit 250 Sitzplätzen. Zudem wurde 1960 das Hotel Großkord an der Langen Straße Nr. 90 gepachtet. 1988 verfügte das Hotel Lütke an der Weserstraße über 30 Betten und 18 Angestellte sorgten für das Wohl der Gäste. Als sich Bernhard Lütke aus Altersgründen zur Ruhe zog, verkaufte er 1995 das Hotel-Restaurant an einen jungen Hotelunternehmer. Große Umbauten- und Renovierungsarbeiten sollten erfolgen. Leider blieb es aus mangelnden Finanzen nur ein Traum. Ende der 1990er Jahre ersteigerte es ein Vlothoer Unternehmer, doch es verblieb nur eine Baustelle. Heute verfällt das einstige Vorzeigehotel mehr und mehr.

Stichwort Vlothoer Kinos

Die Geschichte der ersten Filmvorführungen geht auf das Jahr 1920 zurück, als die Friedolin-Lichtspiele, deren Inhaber A. Burckhards und H. Sassenberg waren, am 1. Januar 1920 im Saale des Hotels Delkeskamp (Weserstraße 29) mit drei Filmen ihre Tätigkeit aufnahmen. Ab November 1921 befand sich das Vlothoer Kino im Saale des Hotel Schmidt (später Hotel Stadt Vlotho). Der erste Tonfilm Das lockende Ziel wurde am 11. Dezember 1931 aufgeführt. Nach dem Krieg baute Hans Lütke an der Weserstraße Nr. 29 ein neues, modernes Kino, die Weserlichtspiele. Dieses Kino  mit 500 Plätzen wurde am 30. Mai 1947 mit dem Film

Sag die Wahrheit eröffnet. Für viele Vlothoer Bürger war nun das Kino die schönste Freizeitgestaltung. So wurden 1951 über 157.000 Besucher gezählt. Durch die hohen Besucherzahlen angeregt, eröffnete Hans Lütke 1954 ein weiteres Kino. Es trug den Namen Capitol-Theater und befand sich an der Herforder Straße Nr. 79 im Hause Felsenkeller. Mit dem Einzug des Fernsehens, das sich in den 1960er Jahren stark ausbreitete, ließ der Zustrom in die Kinohäuser merklich nach. Die Folge war die Schließung des Capitol-Theaters am 31. Januar 1964. Die Weserlichtspiele wurden noch weitergeführt, aber zwischenzeitlich (1959) an einen Herforder Kinobesitzer verpachtet. Als 1966 auch noch das Fernsehen in Farbe gesendet wurde, ging es mit den Besucherzahlen weiter zurück. Im Juli 1996 wurden nur noch 20 Besucher pro Vorstellung gezählt. Zum wirtschaftlichen Überleben wären 60 bis 70 Besucher nötig gewesen. Der Kinobetrieb wurde infolgedessen eingestellt.

Stichwort Vlotho die Filmstadt

Wer kennt sie nicht, die Ufa - Deutschlands größtes Filmimperium der Vorkriegs- und Kriegszeit? Die 1917 ins Leben gerufene Universum-Film-AG war eines der bedeutendsten Propagandamittel im Dritten Reich. Sie produzierte bis zu 60 Filme im Jahr. Wer als Schauspieler etwas auf sich hielt, drehte bei der Ufa. Nach dem Zusammenbruch im Mai 1945, als das Tausendjährige Reich aufhörte zu existieren, kam die Ufa noch einmal für wenige Jahre zu ungeahnter Größe. Nicht Berlin und Düsseldorf waren die Metropolen wie vorher, sondern Vlotho und Varenholz.

Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

 

Diese beiden Häuser an der Weserstraße gehörten auch zu den Häusern, die den Straßenneubau weichen mussten.

Links, die Villa Ohle-Bonnemeier Nr. 26 und rechts neben der Tankstelle das Haus Hagedorn Nr. 30. Der Abbruch dieser Häuser erfolgte 1983. Auch die Aral-Tankstelle war "im Besitz" der Familie Ohle-Bonnemeier und wurde ebenfalls abgerissen.

 

Aral-Tankstelle Bergmann 1982 an der Weserstraße. Möchten Sie heute auch zu den Preisen tanken?

 

 

 

Stichwort Postkarte alte Weserstraße um1900

So stellte sich um 1900 ein Abschnitt der Weserstraße dar. Dass sich dieses fotografische Abbild perspektivisch und überhaupt so beispielhaft präsentieren konnte, ist allein darauf zurückzuführen, dass man die Kamera auf dem Dachboden der früheren Zuckerfabrik von Ohle & Bonnemeier plaziert hatte. Ein wahrhaft aufwendiges Bemühen!

Aber der Buchhändler August Sukrow - er betrieb seine Buchhandlung im Hause Lange Straße 109 (heute Knöner) - wollte es so, „koste es, was es wolle". Das Motiv sollte, wie es dann auch

geschehen ist, zur Herstellung von Ansichtspostkarten verwendet werden. Eine dieser Postkarten, die an Pastor Schwick in Ahrenhorst bei Bohmte adressiert und laut Poststempel am 14. März 1903 in einen  Briefkasten eingeworfen wurde, ist hier abgebildet

Stichwort Böttcherhaus - Weserstraße

.

 

Der Böttcher fertigt  Holzgefäße aller Art für die verschiedensten Anwendungen.

 

In diesem Böttcherhaus an der Ecke Weserstraße / Hafenstraße wurden wohl einst Bierfässer für die Brauerei Volbracht gefertigt. Wie lange ist nicht bekannt. Hans Burre, der sich 1958 selbstständig machte (Heizung und

Das Böttcherhaus 1958 und

der erste Lieferwagen von

Hans Burre.

Sanitär), benutzte in der Anfangszeit das kleine Fachwerkhaus als Werkstatt und Lager.

Danach verfiel es.

Das Böttcherhaus 1969.

Etwas später wurde es abgebrochen.

Bau der Eisenbahnbrücke und Entstehung des alten Ortsteiles „Weserbrücke"

Bericht von Herbert Krückemeier

Als man 1873 mit dem Bau der Bahnlinie der Strecke Löhne-Hameln begann, führte man sie von Vlotho neben der Weser in Richtung Rinteln. Der fertig gestellte Bahndamm lag wie ein Schutzwall gegen Weserhochwasser vor der Stadt. Allerdings war eineinhalb Kilometer vor der lippischen Grenze Schluss, da das ehemalige Fürstentum Lippe eine Trasse über ihr Territorium nicht erlaubte. So baute man eine Brücke zur rechten Weserseite. Die Brücke querte in einem schrägen Winkel die Weser. Dazu wurde die Trasse zur Brücke in einem leichten südlichen Bogen durch die

Ausläufer des Winterberges gegraben. Den anfallenden Bodenaushub schüttete man teilweise vor der Brückenrampe auf. Im Volksmund bekam diese Auffüllung die Bezeichnung „Kippe", während der Durchstich durch das bergige Gelände den Namen „Einschnitt" erhielt.   Zum Weiterlesen, Bild anklicken.

Stichwort Eisenbahnbrücke und Bahnübergänge

Blick aus einem alten Steinbruch des Winterberges auf die Häuser Krückemeier Weserstraße Nr. 58 und Edler Nr. 60 (heute Grotjohann) mit der Eisenbahnbrücke.

Auf der Nordseite der Überquerung ist das ältere Bahnwärterhäuschen 39 zu sehen. Gegenüberliegend das neuere, aus dessen Inneren der Schrankenwärter die Brücke und den Bahndamm in Borlefzen bis zum Gehöft Vauth einsehen konnte. Der Blick nach Vlotho war hervorragend. Ein zweiter Bahnübergang mit dem Bahnwärterhäuschen Nr. 40 ist einige hundert Meter weiter links (nicht im Bild).

Mehr über die Bahnübergänge bis in die heutige Zeit, finden Sie auf der Seite „Klein- / Eisenbahn“.

Stichwort Haus Weserstraße Nr. 72

Das Wohnhaus an der Weserstraße Nr. 72 wurde 1909 von Wilhelm Schatzberg erbaut. Wie alle Häuser in diesem Bereich wurde es in den letzten Kriegstagen  am 14. März 1945 durch Bombenangriffe, die der Eisenbahnbrücke galten, zerstört. Wenige Jahre nach dem Krieg wurde es dann 1949 durch seinem Schwiegersohn Fritz Schmidt neu errichtet.

Stichwort  Haus Schröder Weserstraße Nr. 78

Das Haus Weserstraße 78 wurde um 1920 von Karl Schröder sen. (*1878-†1954) käuflich erworben und diente zuerst als Wohnhaus. 1929 wurde die Tankstelle eingerichtet, die zunächst unter der Gesellschaft LEUNA lief. Später änderte der Konzern die Markenbezeichnung und der Treibstoff wurde unter dem Namen GASOLIN vertrieben. 1945, als der Krieg schon fast vorbei war, wurde von den Engländern die Eisenbahnbrücke bombardiert. Dabei wurden alle Häuser in diesem Bereich der Weserstraße zerstört oder stark beschädigt. Mit neuem Mut wurde das Gebäude wieder neu aufgebaut. Als Karl Schröder sen. 1954 verunglückte,

übernahm sein Sohn Karl jun. (*1912-†1970) Haus und Tankstelle. Wie es zur damaligen Zeit üblich war, wurden die kleinen Tankstellen nach und nach geschlossen, so auch diese (1969). Als zweites Standbein eröffnete Karl Schröder jun. im Jahr 1960 eine Gaststätte, die sich zunächst als wirtschaftlicher Erfolg darstelle. Aber es dauerte nur eine kurze Zeit, bis auch in Vlotho das Kneipensterben einsetzte und eine Wirtschaft nach der anderen schloss. So auch die Gaststätte Schröder 1970. Danach wurde das Gebäude zu einen reinen Wohnhaus umgebaut, so wie wir es heute kennen.

Stichwort Rastplatz-Weserstraße

Der Rastplatz an der Weserstraße in Höhe der heutigen Krückebergstraße wurde 1937 erbaut und bereits 1945 wieder beseitigt.

Durch die Vermittlung des Provinzial-Straßenbaumeisters Carstens hatte sich der Bauer Störmer gen. Kopsmeier bereit gefunden, für einen Rast- und Abkochplatz das nötige Gelände an der Straße, die ins Lippische führt, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen. Kinderhände - Schüler der Bürgerschule I - unter Aufsicht von Baumeister Carstens, schufen eine vorbildliche und einladende Rastanlage, die schließlich

am 20.Juli 1937 eingeweiht und zur Benutzung freigegeben wurde. Als prominenter Benutzer dieser Rastanlage trat auch der damalige Bürgermeister (von 1935-1945) Wilhelm Sappke in Erscheinung.

Stichwort  - "Zur Weserlust"
Das Bild zeigt den älteren Teil der Gastwirtschaft: „Zur Weserlust". Das Erbauungsjahr des Gebäudes ist nicht bekannt. Hinter den Bäumen war der Grenzverlauf nach Lippe. Der Chausseegelderheber Karl Heinrich Log hat in dem Haus gewohnt. Später wird er als Gastwirt genannt. Von 1915-1929 war die Örtlichkeit die Gaststätte „Taternkrug“, die von Simon Busekros geführt wurde. Danach bekam sie unter dem Pächter Fritz Bökemeier den Namen „Zur Weserlust". Anschließend war die Gaststätte im Besitz des Erben Paul Kopsmeier, bis dieser 2008 verstarb.

 

 

 

 

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